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Private neben gesetzlicher Krankenkasse – ist das gut?

Das in Deutschland seit Jahrzehnten angewandte System der beiden nebeneinander existenten Varianten der Krankenkassen steht immer mehr in der Kritik. Die zwei-Klassen-Medizin, die dadurch gefördert wird, ruft nach Veränderung, und wurde auch schon öfter in Wahlkämpfen thematisiert.

Die Mehrzahl der in Deutschland Versicherten sind gesetzlich krankenversichert. Ein Teil davon zahlt Mitgliedsbeitrag, ein anderer Teil ist mitversichert und zahlt keine eigenen Beiträge. Dazu zählen Kinder und auch nicht berufstätige Ehegatten. Diese können die Möglichkeit nutzen, über den Versicherungspflichtigen in der Familie (sogenannte Familienversicherung) ohne eigenen Beitrag alle Leistungen in Anspruch zu nehmen.

Insgesamt sind derzeit über 70 Millionen Bundesbürger gesetzlich krankenversichert. Mitglied kann jeder sein, der im Angestelltenverhältnis nicht mehr als 4.800 Euro brutto verdient. Besserverdienende sowie Selbstständige sind privat versichert. Auch ein Großteil der Beamten gehört dazu.

Besonders in der Kritik steht diese Variante, weil nur Arbeitnehmer mit einem beitragspflichtigen Jahreseinkommen über derzeit 57.600 Euro die Wahl haben, ob Sie sich freiwillig gesetzlich oder privat versichern.

Ausweg Bürgerversicherung?

Als ein aufgezeigter Ausweg von einigen Experten wird seit Jahren eine sogenannte Bürgerversicherung vorgeschlagen. Hierbei wären alle Bürger ohne Ausnahme erfasst und würden unabhängig von ihrer Einkommensart Beitrage entrichten. Außerdem hätten alle den gleichen Anspruch auf Leistung. Darüber hinaus wäre es möglich, zusätzliche Leistungen über private Versicherungsverträge abzusichern und zu erhalten.

Sie wird als sinnvoll für die Versicherten, aber auch für die gesamte Volkswirtschaft angesehen. Denn damit wird ein Ausgleich geschaffen zwischen unterschiedlich verdienenden Menschen und Kranken sowie Gesunden. Grüne und SPD sind dafür; haben das Thema teilweise auch im letzten Wahlkampf angesprochen. Die Unionsparteien sind dagegen und bevorzugen die aktuelle Variante.

Einheitliches System – Konkurrenz unter den Anbietern

Als Beispiel wird immer wieder das Krankenversichertensystem der Schweiz angeführt. Auch in den Niederlanden funktioniert es gut: als Übergang könnte die sogenannte Kopfpauschale dienen. Diese wird höher oder niedriger ausfallen, je nachdem, wie gut die einzelnen Versicherungsanbieter wirtschaften.

Bürgerversicherung – bei den Versicherten ein klares Votum

Umfragen haben ergeben, dass die meisten der Befragten (rund 60%) für das Modell der Bürgerversicherung wären. Insgesamt wird das System kaum billiger werden. Aber Mitgliederschwund und steigende Kosten machen den Versicherungen schwer zu schaffen. Deshalb ist insgesamt ein Umdenken von Vorteil. Wie die neue (alte) Regierung mit dem Thema umgehen wird, ist ungewiss.

Diese großen Versicherer sind am System beteiligt

Außer zahllosen kleineren Anbietern gibt es einige große Versicherungen, die unter sich die meisten Versicherten „aufteilen“. Auf Platz eins steht hier die Techniker Krankenkasse mit fast 10 Millionen Mitgliedern.

Auf Platz zwei steht die Barmer/GEK mit immerhin 9,4 Millionen, mit einigem Abstand gefolgt von der DAK mit knapp 6 Millionen. Die AOK Bayern kann auf 4,4 Versicherte verweisen, die AOK Baden-Württemberg auf 4,2. Auf immerhin noch 3,3 Millionen Versicherte bringt es derzeit die IKK Classic und bei der AOK Plus haben sich 3,1 Millionen Menschen versichern lassen.

(ae)