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Die privaten Krankenversicherer fordern mehr Spielraum für Beitragserhöhungen

Unerwartete Beitragserhöhungen haben der Privaten Krankenversicherung ein negatives Image eingebracht. Sie seien zu unkalkulierbar und zu teuer, so eine Langzeitstudie, auf die Versicherer verweisen. Die Privaten fordern nun gesetzliche Regelungen für regelmäßige Erhöhungen der Beiträge. Die Privaten Krankenversicherer benötigen mehr Spielraum, um künftig die sprunghaften Erhöhungen zu vermeiden. Es hat den Anschein, dass die Private Krankenversicherung besonders teuer aufgrund der deutlichen Beitragsschübe nach Jahren ohne Beitragserhöhungen ist. Dieser Ansicht ist der Vorstand des privaten Versicherers Debeka.

Fakt ist, dass die PKV ihre Beiträge ausschließlich nach den sogenannten auslösenden Faktoren anhebt. Dieser Fall tritt ein, wenn die Leistungen eines Tarifs erwiesenermaßen um mindestens zehn Prozent höher liegen als anfangs kalkuliert. Bei einigen Tarifen sind es nur fünf Prozent. Diese Regelung führte dazu, dass die Kassen in den vergangenen Jahren auf Erhöhungen verzichten mussten. Gingen die Ausgaben über den entsprechenden Wert, hieß es für die Versicherten, eine sprunghafte Beitragssteigerung hinzunehmen. Dies aus dem Grund, weil die Veränderungen der vorherigen Jahre einkalkuliert werden mussten.

Die Private Krankenversicherung ist minimal billiger

Die PKV schneidet bezüglich ihrer Beiträge im Gegensatz zur GKV eigentlich ganz gut ab. Dies besagt eine Studie des IGES (Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung). Je nachdem, welcher Zeitraum in die Betrachtung einbezogen wird, können die Steigerungen sogar niedriger ausfallen. Durchschnittlich ergibt sich in der PKV, wenn man die letzten zehn Jahre betrachtet, eine Steigerung pro Jahr von 2,2 Prozent. In der gleichen Zeit liegt die Erhöhung bei der GKV pro Jahr bei 3,7 Prozent.

Bei der Studie der IGES wurde auf Daten von Mitgliedern der Debeka PKV zurückgegriffen. Und zwar diejenigen Mitglieder, die bereits seit mindestens 20 Jahren bei der Debeka versichert sind. Von diesen Mitgliedern waren etwa 660.000 Beamte, die aufgrund von staatlicher Beihilfe niedrigere Beiträge zahlen. Rund 56.000 Mitglieder erhielten keine Beihilfe. Für sie lag die Steigerung im Jahr während der vergangenen 20 Jahre (1995 bis 2015) durchschnittlich bei 2,9 Prozent. Für die Jahre 1997 bis 2017 liegt die Steigerung bei 2,6 Prozent, obwohl es massive Erhöhungen gab.

Darüber hinaus belegte die Studie, dass die monatliche Beiträge von Nicht-Beamten im Jahr 2015 in der PKV durchschnittlich bei 473 Euro (Frauen) und 413 Euro (Männer). Im Gegensatz dazu die GKV mit einer Beitragshöhe von 421 Euro (durchschnittliches Bruttoeinkommen). Der Höchstsatz wurde bei der GKV mit 639 Euro ermittelt. Weiterhin kam IGES zu dem Ergebnis, dass ältere Versicherte kaum höhere Prämien zahlen als Jüngere. Dies aber nur, wenn sie auf lange Sicht in einer Tarifgemeinschaft versichert waren. Dahingegen sind Abhängig Beschäftigte, Selbstständige und Status-Wechsler in höherem Umfang von sprunghaften Beitragserhöhungen betroffen.

(dt)