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Ärger der privat Krankenversicherten über steigende Beiträge

Viele privat Krankenversicherte ärgern sich über die aktuellen Beitragserhöhungen. Die Fürsprecher des Systems sind anderer Meinung. Sie sagen, bei höherem Leistungsumfang sei der Anstieg nicht höher als für den gutverdienenden gesetzlich Versicherten.

Ein Rechenbeispiel eines Betroffenen. Die Beitragsbescheide 2018 für Tausende privat Krankenversicherte sind die Tage raus gegangen. Häufig wird darin eine Erhöhung mitgeteilt, teilweise sogar mit Erhöhungen mit zweistelligen Prozentsätzen. Trotzdem ärgern sich nicht alle darüber. So beispielsweise ein privat Krankenversicherter, der trotz Erhöhung nicht in die GKV wechseln würde. Auch dann nicht, wenn er es könnte. Laut eigener Aussage ist er gerne Privatpatient und zahlt gerne dafür, dass er eine bessere medizinische Versorgung erhalte als ein Kassenpatient. Selbst sein Tarif sei sogar billiger als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Der Betroffene privat Versicherte ist Ende 50. Sein Beitrag für die Kranken- und Pflegeversicherung steigt um 2,7 Prozent. In Zahlen ausgedrückt von 654,44 auf 672,29 Euro, womit er einverstanden ist. Als Angestellter zahlt er nicht die komplette Summe. Die Hälfte bekommt er über den Arbeitgeberanteil dazu. So wie es bei den gesetzlich Krankenversicherten auch der Fall ist.

Im Gegenzug hierzu die gesetzliche Krankenkasse, die teurer wäre

Die GKV wäre im Gegensatz zur PKV im Jahr 2018 sogar um 141 Euro teurer, und zwar aus folgendem Grund. Der Beitrag zur GKV wird an der Beitragsbemessungsgrenze festgesetzt. Diese steigt im kommenden Jahr auf 4.425 Euro. Das Gehalt des zuvor erwähnten privat Krankenversicherten liegt darüber. Ansonsten könnte er nicht in der PKV versichert sein. An die GKV müsste er bei einem Beitragssatz von 15,6 Prozent plus einem Prozent Zusatzbeitrag 690 Euro zahlen plus 113 Euro für die Pflegeversicherung. Im Ergebnis sind dies 803 Euro. Hätte er zudem keine Kinder wären es in der Summe 814 Euro. Letztlich bedeutet dies, dass er als privat Versicherter sogar 141 Euro spart.

Dennoch benötigt man ein Polster fürs Alter

Die Ersparnis ist zwar erfreulich, dennoch muss man sich die PKV auch im Alter leisten können. Ein Polster ist daher dringend notwendig. Im besagten Fall legt sich der Betroffene die Ersparnis in ETF-Sparplänen an. Damit erzielt er einen finanziellen Puffer für die Beiträge im Rentenalter. Denn dann sinken die Einkünfte. Für den Rentner der PKV kommt noch ein weiterer Nachteil hinzu. Der Beitrag eines GKV-Versicherten sinkt, weil sich dieser an den Einkünften des Rentners bemisst. In der Regel sind diese niedriger als das letzte Bruttoentgelt. Beim privat Versicherten ist dies nicht der Fall und der Beitrag bleibt daher auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

Im Alter von 60 Jahren sinkt der Beitrag des privat Versicherten zum ersten Mal. Denn dann entfällt der gesetzliche Zuschlag in Höhe von 10 Prozent. Der wird monatlich als zusätzlicher Vorsorgebaustein fällig und ist ein zusätzlicher Kapitalstock, der einen weiteren Beitragsanstieg ab einem Alter von 65 dämpfen soll. Als Rentner kann man zudem einen Baustein aus der Police kündigen, der nicht mehr benötigt wird, und zwar die Absicherung des Krankentagegeldes. Damit ist eine Ersparnis von etwa 100 Euro drin.

Bei Vergleichen zwischen GKV und PKV muss man ebenfalls auch immer die beträchtlichen Leistungsunterschiede berücksichtigen.

(dt)