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Fragen zur PKV, GKV und Bürgerversicherung

Zusammenfassung eines Interviews mit Dr. Volker Leienbach, Direktor des Verbands der PKV

Verbraucher sind verunsichert aufgrund von Niedrigzinsumfeld, Bürgerversicherungsdiskussionen, Talsohle bei Versichertenzahlen und Beitragssteigerungen bei der PKV. Der Verband der PKV hat ein Interview seinem Direktor Dr. Volker Leienbach veröffentlicht, in dem einige Fragen dazu erörtert werden, und das wir hier nachfolgend zusammen.

Von Zeit zu Zeit erhält die Bürgerversicherung vermehrt Aufmerksamkeit. Dr. Leienbach bringt zum Ausdruck, dass diese seiner Meinung nach weiterhin in der Politik wenig Anklang finden wird.

Der Grund dafür sei,  dass aktuell die Bürger mit der medizinischen Versorgung überaus zufrieden sind. Niemand würde das Risiko einer Radikaloperation am dualen System eingehen wollen. Schließlich verdanke Deutschland diesem System eines der besten Gesundheitswesen weltweit. Leienbach bezeichnet ein solches Vorgehen als Experiment und Operation am offenen Herzen bei gesundem Patienten. Eine Vorstellung, die zugegebenermaßen durchaus widersinning anmutet.

Eine weitere interessante Frage, die Leienbach im Interview beantwortete,  drehte sich darum, warum viele PKV-Versicherte in die GKV wechselten.

Leienbach vertritt im Interview die Auffassung, dass die Versicherten dies in den meisten Fällen einfach tun müssen, und zwar beispielsweise wegen veränderter beruflicher Verhältnisse. Er erklärt, dass die Private Krankenversicherung in den vergangen fünf Jahren zwei Prozent ihrer Versicherten verloren habe. Dies gabe vorrangig damit zu tun, dass viele der privat versicherten Selbstständigen ihre Selbstständigkeit aufgegeben haben würden und künftig als Arbeitnehmer beschäftigt seien. Sie müssen also zwangsläufig wieder in die GKV wechseln.

Beitragssteigerungen in der PKV sind ebenfalls ein Thema, das während des Interviews angesprochen wird. Wie kann man die Beitragserhöhungen erklären?

Die Erklärung dazu sei recht einfach. Ganz gleich, ob bei PKV oder GKV, die Beiträge steigen grundsätzlich, da auch die Kosten für medizinische Behandlungen jährlich steigen. Die Ursache ist in dem medizinischen Fortschritt zu sehen. Dieser ist zwar verantwortlich für mehr Lebens- und Versorgungsqualität, von der alle profitieren, aber auf der anderen Seite hat er auch seinen Preis.

Die Gesundheitsausgaben haben sich in den vergangenen 20 Jahren fast verdoppelt, wobei die reine Beitragsentwicklung bei der PKV ähnlich wie bei der GKV sei. Im Zeitraum von 2007 bis 2017 stiegen die Beiträge der GKV pro Kopf um 3,2 Prozent pro Jahr, während es bei der PKV 3,0 Prozent waren.

Schließlich wird danach gefragt, ob damit zu rechnen sei, dass es künftig wieder mehr PKV-Versicherte gibt.

Die PKV sei stets bemüht, sich bewusst von sogenannten Billigtarifen zu verabschieden. Auch dies wirkt sich selbstverständlich auf die Neuzugänge bei der PKV aus. Allerdings habe sich in den vergangenen Jahren auch die Versicherungspflichtgrenze nach oben hin verschoben. Sie wurde um über 13 Prozent angehoben und beträgt heute 57600 Euro Jahresbruttoeinkommen. Damit sind auch die Hürden für die PKV höher geworden.

Dennoch verzeichnen die Versicherer im Bereich der Zusatzversicherungen einen Aufwärtstrend. Vielleicht gibt es den bald auch wieder bei der Vollversicherung.

(dt, fs)