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Die private Krankenversicherung und der demographische Wandel

Es könnte besser stehen um die privaten Krankenversicherungen in Deutschland. Die meisten privaten Versicherer verzeichnen seit geraumer Zeit einen Mitgliederschwund. Seit Jahren nimmt die Zahl der Neuversicherten sukzessive ab. Die Gründe hierfür sind vielfältig.

Der wichtigste Grund dürfte ohne Zweifel auch und vor allem im demographischen Wandel liegen, der langsam aber unaufhaltsam die Gesellschaft und deren Strukturen verändert. Die Menschen in Deutschland werden statistisch gesehen immer älter. Auf den Punkt gebracht bedeutet das, dass den Sterbefällen eine unterproportional geringe Zahl an Geburten gegenübersteht.

Für die privaten Versicherer bleibt dieser Umstand leider nicht ohne Folgen. Es scheiden immer mehr Kunden aus der Krankenversicherung aus, während es nicht genügend neue Versicherte gibt. Nüchtern formuliert heißt das: die älteren Mitglieder sterben. Neue Kunden bleiben indes aus. So verloren die großen Anbieter Allianz, DKV, Gothaer, Central und die Bayerische Beamtenkrankenkasse zusammen allein zwischen 2015 und 2016 fast 50.000 Mitglieder. Im selben Zeitabschnitt sah es bei den "Gewinnern" auch nicht gerade rosig aus. Axa, Signal und Huk-Coburg konnten die Mitgliederzahlen nur minimal erhöhen. Der einzige Anbieter mit einem deutlichen Gewinn an Neuversicherten war die Debeka. Sie verzeichnete zwischen 2015 und 2016 rund 30.000 neue Versicherungsabschlüsse. Der Erfolg der Debeka liegt darin begründet, dass das Unternehmen in erster Linie auf die Versicherung von Beamten spezialisiert ist. Ob die Debeka auch perspektivisch mit diesem Modell wird Erfolge erzielen können, bleibt abzuwarten.

Auf die bestehenden Kunden wirkt sich der Schwund an Versicherten natürlich negativ aus. Weniger Mitglieder bedeutet weniger Einnahmen für die Unternehmen, die versuchen, den finanziellen Ausfall durch die Erhöhung der Beiträge wieder auszugleichen. Im oben genannten Zeitraum (2015/16) mussten viele privaten Versicherer einen Einnahmenrückgang im Gegensatz zum Vorjahr feststellen. DKV und Signal sind hier nur zwei Beispiele. Gewinne konnten im Grunde nur private Krankenversicherungen mit einem geringen Beitragssatz verbuchen, da sie mit einer Niedrigpreispolitik anscheinend die meisten Neukunden anlocken konnten.

Festzuhalten bleibt, dass der demographische Wandel über kurz oder lang zu massiven Problemen bei den privaten Krankenversicherern führen wird. Da es sich um gewinnorientierte Unternehmen handelt, werden diese die wegbrechenden Einnahmen durch die Aufstockung der Mitgliedsbeiträge zu kompensieren versuchen. Dem Privatversicherten bieten sich leider keine großartigen Auswege. Da ein Ausstieg aus der privaten Krankenversicherung nur sehr schwer möglich ist, bleibt im Grunde nur die Option, innerhalb der Versicherung in einen günstigeren Tarif zu wechseln, um somit das Portemonnaie zumindest teilweise zu entlasten.

(bf)