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Wer trägt die Kosten im Gesundheitssystem?

Die Versicherten in Deutschland müssen immer tiefer in die Tasche greifen und höhere Beiträge an die Krankenkassen zahlen. Dennoch beklagt man sich im Gesundheitswesen über Geldmangel. Wer trägt überhaupt die Kosten in dem so teuren Gesundheitssystem? In Zahlen ausgedrückt wurden beispielsweise im Jahr 2015 ganze 344 Milliarden Euro ausgegeben, und zwar für Dienstleistungen, Investitionen und Verbrauch von Gütern im Gesundheitsbereich. Das bedeutet rund 4200 Euro pro Einwohner. Kontinuierlich steigen dazu die Beitragssätze der Krankenkassen an, sodass ein Arbeitnehmer durchschnittlich etwa 8,4 Prozent seines Bruttolohns als Krankenkassenbeitrag leistet. Hinzu kommt der Anteil des Arbeitgebers in Höhe von 7,3 Prozent.

Für große Diskussionen sorgt die seit 2005 geltende ungleiche Verteilung der Beiträge zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Denn der Beitragssatz stieg für den gesetzlich Versicherten seit 1992 um ein Drittel, wohingegen Arbeitgeber lediglich 15 Prozent mehr zahlen müssen. Dem nicht genug, zahlen die Versicherten auch an anderer Stelle mehr. Die gesetzlichen Krankenkassen strichen in den letzten Jahren zahlreiche Leistungen aus ihrem Angebot, wie zum Beispiel Leistungen für Zahnbehandlungen, Brillen oder Medikamenten. In der Folge stiegen die Gesundheitsausgaben für die privaten Haushalte und legten in den letzten 25 Jahren um mehr als 150 Prozent zu. Im Gegensatz dazu sind die Ausgaben bei den gesetzlichen Krankenkassen, den Arbeitgebern oder auch den öffentlichen Haushalten um einiges geringer zu verzeichnen.

Positionen der politischen Parteien zum Gesundheitssystem

Vor den letzten Bundestagsahlen war erkennbar, dass auf dieses Thema bei den politischen Parteien in deren Wahlprogrammen nicht näher eingegangen wurde. Von der CDU wird das derzeitige System als für gut bis hervorragend bezeichnet. Die FDP engagiert sich für mehr Wettbewerb unter den Krankenkassen und für weniger Bürokratie. Außerdem setzt sie sich ein für eine größere Wahlfreiheit der Patienten.

Gegen die sogenannte „Zwei-Klassen-Medizin“ sind derzeit die SPD, Grüne und die Linke und würden diese gerne aus der GKV und PKV abschaffen. Den Wettbewerb wollen sie eher eindämmen und zudem die paritätische Finanzierung der Kassenbeiträge wieder ins Leben rufen. Auf der anderen Seite steht die AfD, die das Gesundheitssystem in Deutschland aufgrund der Versorgung von Migranten, Flüchtlingen und Asylbewerbern in Gefahr sieht. Sie würden gerne investieren, und zwar vor allem in Krankenhäuser.

Die steigende Belastung der Versicherten erscheint natürlich wegen der aktuell hohen Gewinne der gesetzlichen Krankenkassen ungerechtfertigt. Doch gibt es auch Gründe für die Überschüsse, die sich in der guten Wirtschaftslage Deutschlands erklären. Auch die geringen Arbeitslosenzahlen spielen dabei eine Rolle. Allerdings wird die Bevölkerung immer älter und die Wirtschaftslage könnte sich verschlechtern, sodass Rücklagen in den nächsten Jahren schnell aufgebraucht sein werden. Wie sich letztlich alles künftig entwickeln wird, das wird sich jetzt nach der Wahl in den nächsten vier Jahren zeigen.

(dt)