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Was darf die private Krankenversicherung fragen?

Wer nicht (mehr) gesetzlich versichert ist oder sein möchte, der muss sich persönlich um den Abschluss der PKV kümmern. Doch viele Anwärter unterschätzen, welche Mühen dabei auf sie zukommen. Denn einen solchen Vertrag abzuschließen, dauert in der Regel einige Wochen, und kann viele unliebsame Überraschungen bergen.

Anträge und Fragen

Zunächst müssen lange Antragsformulare ausgefüllt werden. Ein Großteil davon sind Gesundheitsfragen, die man möglichst detailliert und wahrheitsgetreu beantworten sollte. Wer hier nachlässig ist, hat bei den Leistungen oft das Nachsehen.

Wie lange zurück muss ich mich erinnern?

Mitglieder argumentieren oft, dass sie lange zurückliegende Krankheiten längst vergessen haben oder diese nicht mehr für relevant hielten. Natürlich kann niemand verlangen, dass Sie sich an eine Kleinigkeit vor 20 Jahren erinnern. Deshalb gilt die Faustregel: es geht um die letzten 5 bis 10 Jahre. Für diese Zeit dürfen die Versicherungen alles fragen, was Krankheiten und Unfälle betrifft. Denn so können sie das Krankheitsrisiko einschätzen. Häufige Knochenbrüche zum Beispiel können ein Hinweis darauf sein, dass die Knochen leicht brechen und dies auch in Zukunft der Fall sein wird.

Was machen kranke Menschen?

Deshalb haben es kranke Menschen schwer überhaupt einen Vertrag zu bekommen, oder sie werden erheblich höher zur Kasse gebeten. Allerdings ist es keine Lösung, etwas zu verschweigen, denn irgendwo ist eine Behandlung immer dokumentiert. Die Leistungspflicht der privaten Versicherung bezieht sich darauf, dass Kunden wahrheitsgemäß geantwortet haben. Damit sie dies prüfen kann, muss der Versicherte sogar den Arzt von der Schweigepflicht entbinden. Dazu gibt es ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofes (Az. IV ZR 289/14).

Patientenakten können helfen

Wer sicher gehen will, dass er beim Ausfüllen alles richtig macht, fordert am besten seine Patientenakten bei allen Ärzten an, die er aufgesucht hat. Denn es kommt sogar vor, dass sich darin Einträge finden, die gar nicht den Tatsachen entsprechen bzw. von denen der Patient gar nichts weiß. Das liegt daran, dass viele Ärzte bei der Abrechnung schummeln: sie schreiben eine andere Krankheit auf, als der Patient tatsächlich hat, damit sie mehr Honorar von der Krankenkasse bekommen.

Hilfe suchen

Wer fürchtet, mit dem Ausfüllen des Fragebogens Schwierigkeiten zu haben, sollte ruhig einen Arzt um Hilfe bitten. Bekommt man aufgrund von Vorerkrankungen nicht den gewünschten Vertrag, sollte eine sogenannte Risikoanfrage bei mehreren Versicherern stellen.

Im Leistungsfall

Ist es zum Leistungsfall gekommen, und die Versicherung verweigert die Zahlung, kann man sich wehren. Ein Anwalt kann prüfen lassen ob die Leistung zu Recht verweigert oder sogar der Vertrag gekündigt wird. Gemeinhin gilt: wer eine Krankheit nicht angibt, kann den Versicherungsschutz bis zu 10 Jahren verweigert bekommen.

(ae)